Ressourcenbasierte Wirtschaft – Kapitel 8: Funktionale Spiritualität

Menschen suchen Antworten, also haben wir mit der Zeit Erklärungen für Phänomene gefunden. Seitdem unsere Gesellschaften wachsen, haben sich unsere Mittel zur Untersuchung der Welt und ihrer Eigenschaften verbessert und damit haben sich auf Grundlage neuer Entdeckungen auch unsere Erkenntnisse allmählich verändert. Wissen ist ein evolutionäres Phänomen, wie alles andere in der Natur. Daher ist es wichtig, dass wir alle geistig und gefühlsmäßig darauf vorbereitet sind, dass unsere überlieferten Vorstellungen ihre Bedeutung verlieren. Aufgrund der emotionalen Bindungen, die um unsere Überzeugungen herum geschaffen wurden, ist dies für uns sehr schwierig. Die Religionen sind ein starkes Beispiel für diese ideologische Bindung.

Die Institution Religion scheint in vielerlei Hinsicht ihre Wurzeln in missverstandener Wahrnehmung der Abläufe des Lebens zu haben. Zum Beispiel vertritt sie eine Weltanschauung, die dem Menschen oft einen besonderen Platz im Bezug zu anderen Elementen der Natur zuschreibt. Dieses „spirituelle Ego” hat über Generationen zu dramatischen Konflikten geführt, nicht nur unter den Menschen, sondern unbeabsichtigt auch zwischen uns und der Umwelt.

Doch im Laufe der Zeit hat die Wissenschaft gezeigt, dass Menschen den Kräften der Natur ausgesetzt sind, genau wie alles andere. Wir haben gelernt, dass wir alle dieselbe Basis mit Bäumen, Vögeln und alle anderen Formen des Lebens teilen. Wir haben gelernt, dass wir nicht ohne die Elemente der Natur überleben können. Wir brauchen saubere Luft zum Atmen, Nahrung zum Essen, Sonne zur Wärme usw.

Wenn wir diese symbiotische Beziehung des Lebens verstehen, sehen wir, dass, soweit es „Beziehungen” betrifft, unsere Beziehung zum Planeten und der Natur die grundlegende und wichtigste ist. Das Mittel, wodurch dies ausgedrückt wird, ist die Wissenschaft, denn die wissenschaftliche Methode hat uns Einblicke in die natürlichen Prozesse gegeben, sodass wir besser verstehen können, wo wir im Gesamtgefüge des Lebens stehen.

Das religiöse Ideal

Nahezu alle Religionen der Welt sprechen über bestimmte vollkommene Werte für die Menschheit.

  • Christentum:
    • „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu.”
  • Buddhismus:
    • „Wenn man sich in die Lage eines anderen versetzt, sollte man weder töten noch jemanden zum Töten veranlassen.”
    • „Zwinge niemand etwas auf, was du nicht für dich selbst gewollt hättest.”
  • Hinduismus:
    • „Man sollte niemandem etwas antun, was man als verletzend für sich selbst betrachtet.”
  • Islam:
    • „Verletze niemanden, auf dass dich niemand verletze.”
  • Judentum:
    • „Der Fremde, der bei dir wohnt, soll für dich wie einer der deinen sein; liebe ihn wie dich selbst.”
  • Taoismus:
    • „Man sollte niemandem etwas antun, was man als verletzend für sich selbst betrachtet.”
    • „Betrachte den Gewinn deines Nachbarn wie deinen eigenen Gewinn, und deines Nachbarn Verlust wie deinen eigenen Verlust.”

Unabhängig von diesen Gedanken sorgt ein einziger Blick auf die heutige Gesellschaft für Verwunderung, warum das Ideal der allgemeinen Wertschätzung und des Respekts für den Mitmenschen nie gegriffen hat. Jesus sagte: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.” Aber wie? Wie können wir zu einer Gesellschaft gelangen, in der die Leute in Harmonie leben und für das Allgemeinwohl arbeiten, wie dies die religiösen Wunschbilder anpreisen?

Die Antwort lautet: Es ist unsere Aufgabe, ein System zu entwerfen, das diesen menschenfreundlichen Idealen gestattet, zu gedeihen.

Die heutige eigennützige, geldorientierte Gesellschaft schafft ein Umfeld, das ein altruistisches Sorgen verhindert. Dieses System ist auf Selbsterhalt auf Kosten der anderen aufgebaut und kann daher keine ausgleichende, harmonische Welt unterstützen oder je erreichen.

Tatsache ist, wir müssen aufhören zu beten, aufhören zu hoffen und aufhören, blind über unsere angeblichen humanistischen und religiösen Ideale zu reden. Wir müssen tatsächlich daran arbeiten, sie zu verwirklichen!

Reden ist einfach

Eine Ressourcenbasierte Wirtschaft setzt hinsichtlich der Vorstellungen fürsorglicher Menschen, die in gegenseitigem Respekt und Eintracht zusammenarbeiten, alles in die Tat um, worüber die großen religiösen und philosophischen Lehrmeister von Anbeginn der Zeit stets geredet haben.

Die Anwendung der Wissenschaft und der wissenschaftlichen Methode, obwohl häufig als kalt und herzlos missverstanden, bietet sogar eine der grundlegendsten spirituellen Offenbarungen, die wir überhaupt kennen. Statt lediglich endlos über Frieden, Liebe, Harmonie unter den Völkern der Erde zu reden, kann die Wissenschaft tatsächlich an deren Verwirklichung arbeiten. Es gibt nichts Fürsorglicheres als die wissenschaftliche Methode, denn deren Ergebnisse sind erwiesenermaßen von umwälzendem Nutzen für die gesamte Menschheit.

Während viele Leute Mutter Teresas selbstlose Natur mit großer Bewunderung und Achtung ansehen, neigen nur wenige dazu, Alexander Fleming, den Entdecker des Penicillins, in ähnlich romantischer Weise zu betrachten. Penicillin hat bis heute unvergleichlich mehr Leben gerettet, als jede wohltätige Idee oder Organisation. Wissenschaft und Technik sind aktive Göttlichkeit und eine genauere Annäherung an die Art, wie die Welt wirklich funktioniert.

SOURCE: TZM – RBE (Stand: 27.10.2011)

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