Ressourcenbasierte Wirtschaft – Kapitel 4. Die Wege zur sozialen Evolution

Was wollen wir? Wie gelangen wir dahin? Welche Werkzeuge werden benötigt?

Unsere Werte bestehen aus dem, was uns wichtig ist: unsere Ziele, worum wir uns sorgen, was uns heilig ist und was wir vom Leben erwarten. Werte an sich sind nicht ewig und unveränderlich. Aber wenn sie einem Menschen in jungen Jahren aufgedrückt werden, entwickeln sie oft ein großes Beharrungsvermögen. Traditionell Indoktriniertes, wie zum Beispiel nationalistischer oder religiöser Glaube, kann tragender Bestandteil der persönlichen Identität werden und emotional nur schwer zu überwinden sein. Natürlich leiten Menschen ihre Werte aus ihrer Umgebung her. Falls man das Kind einer Familie der weißen Mittelschicht Amerikas gleich nach der Geburt bei einer arabisch-islamischen Familie im Nahen Osten unterbringen würde, so spräche es höchst wahrscheinlich eines Tages Arabisch, wäre Muslim und hätte die Wertvorstellungen, die ihm von seiner Familie und der sozialen Kultur beigebracht worden sind.

Die meisten unserer traditionellen Werte wurden bereits vor langer Zeit erzeugt. So heißt es zum Beispiel in der Bibel: “Du sollst im Schweiße deines Angesichts deinen Unterhalt erwerben.” Was aber wäre, wenn die Gesellschaft deine zu bezahlende Arbeit nicht bräuchte? Welche Gültigkeit besäße dieser Wert noch? Werte verblassen, so wie Wissen und alles andere auch. In Anbetracht der gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkenntnisse scheinen doch etliche Werte der Gesellschaft schon seit Jahrtausenden verblasst zu sein.

Damit nicht genug. Lass uns nun einen Moment innehalten und überlegen, was unsere wichtigen Ziele sind, sowohl persönlicher als auch gesellschaftlicher Art. Die Zeitgeist Bewegung, wie auch das Venus Projekt, haben eine Reihe sozialer Werte und damit Ziele, die, wie wir meinen, für den Fortbestand der Menschheit entscheidend sind.

Ziele

Sauberes Wasser und Luft, nahrhaftes Essen, Überfluss an Rohstoffen, schnelle, saubere und effiziente Fortbewegung, praktisch anwendbare Ausbildung, öffentliches Gesundheitswesen, das Ende aller Kriege, persönliche Freiheit, eine Umgebung in der wir laufend unsere Fähigkeiten verbessern können, menschliches Wachstum, weniger Stress, weniger Verbrechen.

Diese sozialen Ziele sind weit davon entfernt, komplex oder abwegig zu sein. Sicher werden viele diese Wünsche in den Werken von sowohl religiösen als auch weltlichen Poeten und Philosophen aller Epochen wiedererkennen.

Methode

Nun, da wir uns unserer grundlegenden Ziele bewusst sind, müssen wir uns eine Methode überlegen, um diese Ziele zu erreichen. Eindeutig ist die wissenschaftliche Methode das mächtigste bekannte Mittel. Beobachtung, Logik und Überprüfung haben schon immer Aberglaube, Intuition und Metaphysik übertroffen.

Mit den Worten Karl Pearsons: “
Es gibt keine Abkürzung zur Wahrheit, keinen Weg zur Erkenntnis des Universums außer durch die Tore der wissenschaftlichen Methode.” (Karl Pearson, The Grammar of Science, 1911, S. 17)

Die intelligente Anwendung der wissenschaftlichen Methode hat uns all das ermöglicht, was uns heute unseren Alltag erleichtert. Die Anwendung der Wissenschaft auf die gesellschaftliche Organisation als Ganzes ist der nächste Schritt unserer Evolution. (Für genauere Ausführungen bezüglich der wissenschaftlichen Methode sehen Sie bitte in Kapitel 3 nach).

Werkzeuge

Die Werkzeuge, die wir zum Erreichen unserer Ziele benötigen, werden durch die menschliche Anwendung von Technologie hergestellt. Von einem einfachen Hammer bis zu einer hochtechnisierten, vollautomatischen Fabrikstätte – technologischer Erfindungsreichtum verbessert Produktionswege und macht immer wieder Unmögliches möglich.

Ein Blick in die Geschichte der Technologie lässt eine beispiellos beschleunigte Entwicklung erkennen. In Verbindung mit der auf Gedanken angewandten wissenschaftlichen Methode könnten die uns derzeit bereitstehenden technologischen Mittel die Menschheit auf eine Weise verändern, die die meisten Menschen für zu fantastisch halten würden, um jemals wahr sein zu können. Würdest du einem Menschen des 12. Jahrhunderts die Funktionen eines Handys erläutern, so wäre er vermutlich verwirrt und schockiert über das “magische” Instrument.

Technologie durchbricht immer wieder die Grenzen des für möglich Gehaltenen.

In den Worten von Dr. George Gallop:

“Zu jedem Zeitpunkt der Geschichte hat der Mensch angenommen, dass er den Höhepunkt der Zivilisation erreicht hat. Er hat es in seiner Überlegenheit immer abgelehnt, sich eine Skala vorzustellen, die Tausende und Millionen Jahre in die Vergangenheit und Zukunft reicht. Wenn man in weiteren 8.000 Jahren noch einmal auf den bisherigen, mit Aufzeichnungen aus etwa 8.000 Jahren belegten Fortschritt zurück blickt, dann wird dieser bisherige Fortschritt vielleicht viel weniger beeindrucken als er es jetzt tut.” (George Gallup, The Miracle Ahead, New York Evanston and London, Harper and Row, 1964, S. ix)

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren sich viele Gelehrte darüber einig, dass das Flugzeug wahrscheinlich ein unmögliches Ding sei. Die Wright-Brüder aber waren zu sehr in ihrem Fahrradladen mit der Verkoppelung von einem Gasmotor und ein paar Flügeln beschäftigt, um sich um Fehleinschätzungen zu scheren. Bald widerlegten sie die Autoritäten und erfanden die einst für unmöglich gehaltene “Flugmaschine”.

Wissenschaft und Technologie haben stets bestehende Machbarkeitsannahmen widerlegt und werden das auch weiterhin tun. Es kann als sicher gelten, dass, was immer die Zukunft an Technologie für uns bereit hält, uns aus heutiger Sicht und nach heutiger Erkenntnis als unmöglich erscheint.

Die Definition unserer Ziele nehmen wir auf Grundlage unserer Werte vor, wir bedienen uns der wissenschaftlichen Methode zur Problembewältigung und Aufstellung/Überprüfung von Hypothesen und wir benutzen Technologie, um das Ziel Wirklichkeit werden zu lassen.
Es ist wichtig anzumerken, dass diese Verallgemeinerung nicht linear ist, sondern jeder Teil all die anderen Teile beeinflusst. Beispielsweise verändern neue Technologien oft unsere Werte, wie auch die logischen Begründungen der wissenschaftlichen Methode. Wenn jemand mit dem Wertesystem “Hilf den Armen” erzogen wird und sich dann aber in einer Umgebung wiederfindet, in der es (vielleicht wegen wissenschaftlichen Fortschritts) keine Armut mehr gibt, dann würde diesem Menschen jegliche Wertegrundlage fehlen.

weiter zum Kapitel 5: Eine Ressourcenbasierte Ökonomie

SOURCE: TZM – RBE (Stand: 27.10.2011)

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