Ressourcenbasierte Wirtschaft – Kapitel 3: Was ist relevant?

Naturgesetze

Wenn wir einmal aus dem gesellschaftlichen Kontext heraustreten und uns selbst und die Welt aus einer allgemeineren Perspektive betrachten, so kommen wir zu der Schlussfolgerung, dass es eine enorme Menge Lärm im System gibt. In anderen Worten: die Grundlagen des Lebens scheinen in einem Meer von sozialen, beruflichen und finanziellen Verpflichtungen untergegangen zu sein, wobei die meisten davon künstlich sind. Beispielsweise bringt die Notwendigkeit von Geld und Einkommen den Menschen in eine eingeschränkte Lage. In der Regel spiegelt “Arbeit gegen Einkommen” nicht die wirklichen Interessen der jeweiligen Person wider, noch die Interessen der Gesellschaft. Wenn wir die heute existierenden Berufe betrachten, so stellen wir fest, dass die breite Mehrheit keinem größeren Zweck dient als der Aufrechterhaltung des “zyklischen Konsums”. Diese Willkür stellt eine enorme Verschwendung an Leben und Ressourcen dar. Beispielsweise übt eine Person, die Versicherungen verkauft, einen Beruf aus, der nur für die inneren Abläufe des monetären Systems relevant ist und keine natürliche Grundlage im Sinne eines Beitrags für die Gesellschaft als physisches Gebilde hat. Das gleiche gilt für Börsenhändler, für Händler allgemein und alle anderen, die im finanziellen Sektor tätig sind. Sie sind beliebige, vergebliche Rollen, die auf lange Sicht nichts zur Gesellschaft beitragen. Während man einwenden wird, dass diese Rolle den Menschen hilft, ihren Alltag innerhalb des ökonomischen Systems zu bestreiten, ist es jetzt angebracht, einen Schritt zurück zu gehen, und unsere Anstrengungen auf soziale Fragen zu konzentrieren, die heute für den sozialen Fortschritt relevant sind … anstatt willkürlich Jobs zu erfinden und uns gegenseitig den Wohlstand abzujagen. Dies ist eine Verschwendung von Leben.

Folglich ist das gesamte Bildungssystem von heute nichts anderes als eine “Kekskrümel-Aufbereitungsanlage”, die den Menschen vor allem auf seine möglichen vordefinierten beruflichen Rollen vorbereitet. Diese Teil unseres Alltags ist traditionell so tief verwurzelt, dass viele fälschlicherweise der Auffassung sind, dass der Zustand des “Einen-Job-Habens” menschlicher Instinkt sei. Auch werden Eltern ihre Kinder fragen: “Was willst du werden, wenn du groß bist?”, als ob es nur diese eine Sache gäbe. Das ist beunruhigend und eine Verkennung des menschlichen Potenzials.

Im Sinne der Argumentation sollten wir einmal die aktuellen Denkblockaden der Gesellschaft beiseite schieben und darüber nachdenken, was tatsächlich real ist. Lasst uns die Frage stellen:

Was sind die wirklich empirischen Aspekte der Natur und was lehren uns unsere bisherigen Erfahrungen darüber, an was wir unser Verhalten auf diesem Planeten orientieren sollten?

Naturgesetz 1:

Jeder Mensch braucht eine angemessene Ernährung, saubere Luft sowie sauberes Wasser und daher müssen wir die grundlegenden symbiotischen Umweltprozesse respektieren.

Zunächst einmal ergeben sich rund 40 % der Todesfälle weltweit durch Wasser-, Luft- und Bodenverschmutzung.
Das ist ein entsetzlicher Prozentsatz. Wie kann sich eine Gesellschaft ernst nehmen, wenn sie nicht einmal die wichtigsten lebenserhaltenden natürlichen Ressourcen und Prozesse schützt?! Warum arbeiten heute viele sogenannte Wissenschaftler in esoterischen Forschungsfeldern wie “schwarze Löcher”, “Quanten-Felder” und “Terra-Forming” anderer Planeten, wenn wir uns noch nicht einmal um uns selbst kümmern können?

Tatsache ist, dass die meisten Menschen die Zusammenhänge und Prozesse in der Natur nicht verstehen oder beachten, durch die unsere Nahrung, Luft und Wasser entstehen. Wenn wir diese Prozesse untersuchen, aus ihnen lernen und die Erkenntnisse logisch verknüpfen, gelangen wir zu sinnvollen Schlussfolgerungen. Dies führt uns zu einem angemesseneren menschlichen Verhalten, das uns helfen wird, unsere Bedürfnisse zu befriedigen.

Zum Beispiel sind Wasser und Luft natürliche, ausreichend vorkommende planetarische Ressourcen, die nur erfordern, dass wir sie und ihre Quellen pflegen. Leider führt unser kurzfristig orientiertes, einschränkendes Profitsystem dazu, dass sich das nutzbare Wasser mittlerweile einer kritischen Knappheit nähert, denn die Industrie belastet dieses System weiterhin unaufhörlich. Während Luft andererseits immer noch sehr üppig vorhanden ist, wurde sie speziell in Gebieten mit hoher menschlicher Konzentration stark verschmutzt, was dazu führt, dass in Asien viele Fußgänger einen Mundschutz tragen. Verschmutzte Luft und verschmutztes Wasser führen natürlich zu zahllosen anderen Problemen. In den Vereinigten Staaten werden pro Jahr etwa 3 Millionen Tonnen giftige Chemikalien in die Umwelt abgegeben – ein Beitrag zu Geburtsfehlern, Erkrankungen des Immunsystems, Krebs und vielen anderen schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen. Außerdem werden auch die grundlegenden Prozesse in der Luft und im Wasser beeinträchtigt. Vom saurem Regen bis zur Entwaldung sehen wir einen fortschreitenden Abbau dessen, was ehemals eine natürliche und saubere Umwelt war.

In Hinblick auf die Nahrungsmittelproduktion müssen wir erst einmal zur Kenntnis nehmen, dass die Industrie heute den Weg des billigsten, wettbewerbsfähigsten Lebensmittels geht, auf Kosten einer gesunden Ernährung. Beispielsweise enthält heute die große Mehrheit der Lebensmittel den so genannten “Fruktose-Glukose-Sirup”. Dieser preiswerte Ersatz für Rohrzucker erhöht bewiesenermaßen wesentlich die Gefahr für Diabetes und andere gesundheitliche Probleme. Warum wird es dann eingesetzt!? … Weil es profitabel ist und die stets kostenbewusste Öffentlichkeit es wegen seines geringeren Preises kauft.

Die symbiotische wechselseitige Abhängigkeit natürlicher Prozesse hat eine eingebaute Grundstruktur, die durch die Erkenntnisse, wie die Welt wirklich funktioniert, mit Hilfe wissenschaftlicher Untersuchungen abschätzbar wird. Unsere Verhaltensmaxime sollte sein, die höchste Optimierung dieser Grundstruktur anzustreben, welche uns eine maximale Fülle und Qualität unserer Gebrauchsgüter ermöglicht. Leider tun wir das nicht.

Tatsache ist, dass unsere Nachhaltigkeit durch derzeit angewandte Methoden stark gefährdet ist. Das monetäre System operiert weiter im Interesse des kurzfristigen Gewinns und ignoriert die langfristige Zerstörung. Als natürliches Gesetz dargestellt, brauchen wir eine hohe Qualität der Luft, der Nahrung und des Wassers zum Leben, deshalb müssen wir alle Systeme, die stören oder die Versorgung verknappen könnten, überwinden und die symbiotischen ökologischen Prozesse, die wir für unsere grundlegenden Bedürfnisse brauchen, in Ordnung halten. Wenn wir das nicht tun, wird uns die Folge unseres Verstoßes gegen dieses Gesetz an den ökologischen Punkt ohne Umkehr führen – und dadurch gefährden wir das Überleben der Menschheit.

Naturgesetz 2:

Die einzige Konstante ist der Wandel und menschliche Erkenntnis ist immer im Fluss.

Es gibt keine Belege für die Vorstellung, dass alles, was wir heute für wahr halten, morgen auch noch als wahr angesehen wird. Und ja, paradoxerweise gilt das auch für alles was du hier liest. Während manche beobachtbaren natürlichen Phänomene fast ausschließlich auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren, werden sich die Feinheiten des jeweiligen Begriffs jedoch stets verändern, unsere Instrumente und Methoden zur Analyse und Messung werden sich stets ändern und hoffentlich zum Guten hin.

In den Worten von C. J. Keyser:
“Absolute Sicherheit ist ein Privileg der ungebildeten Geister und Fanatiker.” (Fresco and Keyes, Looking Forward, Barnes, 1969, p. 62)

Ein flüchtiger Blick auf die weitgehend verbreiteten historischen Dogmen, von “die Erde ist flach” bis hin zu “die Sonne dreht sich um die Erde”, lehrt uns, dass der geistige Wandel konstant ist und die Menschen einen offenen Geist für alles mögliche haben müssen, für neue Informationen, auch wenn sie das Gefühl der persönlichen Identität herausfordern. Es ist ein unglücklicher evolutionärer Nebeneffekt, dass in der modernen Kultur ein großes Ego mit Überzeugungen und Werten beteiligt ist. Religion tendiert beispielsweise eher zur Erhaltung von statischen Weltanschauungen, die oft das Ergebnis eines Verständnisses der Realität sind, welches vor Tausenden von Jahren begründet wurde. Aufgrund der starken Struktur vieler religiöser Ideen, die eher metaphysische Folgen (Himmel/Hölle) für diejenigen androhen, die im Widerspruch zu ihrer Lehre leben, erhalten viele Menschen der heutigen Welt diese Weltanschauungen hauptsächlich aus Angst und lehnen neue Informationen ab, die ihnen in ihrem Leben helfen könnten, ganz zu schweigen von der Gesellschaft selbst.
Natürlich ist Religion bei weitem nicht alleine damit, denn es scheint so zu sein, dass die meisten Menschen ihren Glauben auch für empirisch korrekt halten. Das ist der natürliche Ausdruck der heutigen Gesellschaft, die Neues oft gering schätzt.

Alles, was wir denken und “wissen”, sind nur Wahrscheinlichkeiten und mit modernen Methoden der Analyse, die bewiesenermaßen einen proaktiven Nutzen für die Gesellschaft über lange Zeiträume hinweg haben, können wir nun unsere Erkenntnisse und Überzeugungen auf einer gleitenden Skala abwägen, die von “am wenigsten wahrscheinlich” bis “am meisten wahrscheinlich” reicht, die nicht auf menschlicher Meinung oder Subjektivität basiert, sondern auf konkretem Feedback aus der natürlichen Welt.

Die Wissenschaftliche Methode:

Die Natur besitzt ihre eigenen Regeln und sie hat nicht das Vermögen zu erkennen oder sich darum zu kümmern, was du oder irgendjemand als wahr ansehen möchte. Unter diesen Umständen ist es in unserem Interesse von der Natur zu lernen und uns ihr anzupassen, so gut wir das können. Mit der Strömung gehen ist einfacher als gegen sie anzukämpfen – und auch wenn man tiefen Herzens glaubt ohne physikalische Hilfe an der Decke laufen zu können, so wird einem das Gesetz der Schwerkraft dies nicht erlauben..

Die bestgeignetste Methode zur Entdeckung und Anwendung von Naturgesetzen nennt man
“Die Wissenschaftliche Methode”.

Die Wissenschaftliche Methode gliedert sich in drei Schritte:

1. Das Erkennen einer Idee oder eines Problems, das behandelt werden muss.

2. “Logik” ist dabei definiert als eine Methode des menschlichen Denkens, die das Überlegen in einer linearen, schrittweisen, auf Ursachen und Wirkungen basierenden Weise beinhaltet und die möglichst viele relevante Informationen nutzt, um eine Folgerung oder Hypothese zu erlangen.

3. Das Testen der Hypothese in der physikalischen Welt durch Beobachten.

Die Wissenschaftliche Methode umfasst eine Sammlung von Techniken zur Untersuchung von Phänomenen, Erlangung von neuem Wissen, der Korrektur und Integration von Wissen wie auch zur Anwendung dieses Wissens. Die Techniken bestehen aus empirischen Beobachtungsmethoden (wie zum Beispiel Messungen) wie auch durchdachten Hypothesen und letztendlich das Testen dieser Hypothesen in der echten Welt, um Rückinformation bezüglich der Gültigkeit einer Idee zu erlangen. Alle Schlüsse benötigen überprüfbare Beweise, nicht nur Folgerungen und Motiv. Während logisches Schlussfolgern wichtig für die Entwicklung wissenschaftlicher Untersuchung ist, ist es dennoch fehleranfällig, da jeder von uns ein eingeschränktes Wissen besitzt.

Ein klassisches Beispiel stammt von Aristoteles (384 – 322 v. Chr). Er stellte die Hypothese auf, dass ein schweres Objekt schneller zu Boden fällt als ein leichteres mit derselben Form und aus demselben Material. Er nahm logischerweise an, dass, je mehr etwas wiegt, desto schneller es im Vakuum fallen würde. Allerdings testete er diese Idee nicht.
Wegen dieses Fehlers, die wissenschaftliche Methode nicht korrekt anzuwenden, musste die Welt 2000 weitere Jahre warten, bis Galileo endlich Aristoteles Methode überprüfte. Es fand dabei heraus, dass Aristoteles falsch lag und dass das Gewicht eines Objektes die Fallgeschwindigkeit im Vakuum nicht beeinflusst.

Es ist unwichtig, wie korrekt durchdacht unsere Schlussfolgerungen sind – sie müssen getestet werden. Wenn wir Wasser auf ein Stück brennendes Holz werfen, wird das Feuer ausgehen. Dies gibt uns eine bestimmte Menge an Information, die wir für Schlussfolgerungen nutzen können: “Wasser löscht Feuer”. Während diese Theorie für die meisten Brandszenarien wahr ist, wird Öl sehr schnell auf der Oberfläche von Wasser schwimmen und das Feuer wird sich verbreiten, wenn wir Wasser auf ein Ölfeuer geben. Daher ist die Hypothese “Wasser löscht Feuer” nicht wahr und sollte überarbeitet werden, um dieses neue Szenario mit einzubeziehen.

Die Wissenschaftliche Methode ist zudem eine Einstellung und eine Perspektive. Unabhängig wie “richtig” etwas zu sein scheint, werden wir es überprüfen und mit unseren Beobachtungen vergleichen und sehen, ob es gültig bleibt. Tatsächlich sollte man sehr skeptisch gegenüber jeglichen Behauptungen sein, die weder gesehen noch in der physischen Welt getestet werden können.

Um es mit den Worten von Stuarte Chase zu sagen:
“[Die wissenschaftliche Methode] beschäftigt sich damit, wie Dinge ablaufen, wie sie geschehen sollten. Heute sind die meisten von uns Hobbywissenschaftler, auch wenn ihnen das nur selten bewusst ist. Die wissenschaftliche Methode benötigt keine Laboratorien, Partikelbeschleuniger oder Messstäbe. Sie ist eine Art Dinge zu betrachten, um von der Welt Wissen zu erlagen, das erhalten bleibt und nicht wie die Tore bei Alices Kricketspiel herumlaufen. (Chase, Stuart, Tyranny of Words, Harcourt Brace, NY, 1938, pp.-123-24)

Die wissenschaftliche Methode der Fragestellung hat es dem Menschen ermöglicht, Einsicht über sich selbst und die physikalische Welt zu erlangen. Zum Guten oder zum Schlechten – sie steht hinter jedem Fortschritt, der das Leben der menschlichen Spezies verbessert hat. Während manche debattieren, was “Verbesserung” bedeutet, gibt es nichts auf der Welt, was der großen Anzahl an Schöpfungen und Freiheiten, die die Wissenschaft uns ermöglicht hat, das Wasser reichen kann. Alle physikalischen und materiellen Errungenschaften, die die Menschheit genießt, sind ein Produkt der wissenschaftlichen Herangehensweise. Vom elektrischen Licht zur Egreniermaschine (Maschine zum Entkörnen von Baumwolle), zum Penicillin, dem Telefon und dem Internet – die Wissenschaft hat kontinuierlich Dinge, die für unmöglich gehalten wurden, möglich gemacht. Selbst die obskursten, traditionell ausgerichteten religiösen Gläubigen werden sich in die Welt der Wissenschaft begeben und im Falle eines Notfalls ein Krankenhaus aufsuchen.

Dennoch neigen die meisten in unser romantisierten Welt dazu, Wissenschaft als ein kaltes, herzloses Werkzeug anzusehen, während sie sich auf verzerrte menschliche Abscheulichkeiten wie zum Beispiel die Atombombe berufen, um ihre Gefährlichkeit zu begründen. In Wahrheit sind Wissenschaft und Technik nur Werkzeuge und können wie alles andere produktiv oder destruktiv genutzt werden. Die Wahl liegt bei uns.

Dynamisches Gleichgewicht

“Dynamisches Gleichgewicht” entsteht, wenn zwei oder mehrere gegensätzliche Prozesse in derselben Geschwindigkeit ablaufen. Ein vereinfachendes Beispiel: auf einer kleinen Insel gibt es (1) wild wachsende Karotten, (2) eine Familie Hasen und (3) eine Familie Wölfe. Die Hasen brauchen die Karotten als Nahrung zum Überleben, während die Wölfe die Hasen als Nahrung und zum Überleben brauchen. In jedem Paar gibt es ein Gleichgewicht, das auf der Tragfähigkeit der Insel basiert. Wenn es nicht genügend Karotten für die momentane Bevölkerung von Hasen gibt, werden einige Hasen nicht überleben. Wenn es nicht genügend Hasen für die Wölfe gibt, werden einige Wölfe nicht überleben. Wenn die Karotten durch eine Dürre eingehen, überlebt keiner.

Anders ausgedrückt gibt es ein Gleichgewicht in der physikalischen Welt, das den Spielraum der Lebewesen, die vorhandenen Ressourcen zum Überleben zu nutzen, diktiert. Mit Respekt vor unserem Planeten nennen wir das die “Tragfähigkeit der Erde”.

Wegen des monetären Systems gehören die meisten Rohstoffe des Planeten einigen privaten Unternehmen. Diese Firmen legen nicht ernsthaft ihre Bestände offen. Dies zu tun würde finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen. Schlimmer noch, es liegt im besten Interesse der Firmen, so gut es geht Knappheit aufrechtzuerhalten, da Knappheit mehr Wert pro Einheit bedeutet und demnach mehr Profit.

Mit dem dynamischen Gleichgewicht auf diesem Planeten umzugehen, welches die wichtigste Variable in der Organisation der Gesellschaft ist, ist nur durch das Verständnis der eigentlichen Tragfähigkeit der Erde möglich. Die Bedürfnisse der menschlichen Bevölkerung müssen mit den Ressourcen der Erde im Gleichgewicht sein.

Also, was wissen wir über die auf dem Planeten verfügbaren Ressourcen und was können wir davon ableiten?

Die grundlegenden Voraussetzungen für das Überleben eines Menschen in einer Gemeinschaft bestehen aus folgendem:

Energie

Nahrung, Luft und Wasser

Rohstoffe für Industrie und Technologie

(1) Energie ist der Grundstein der heutigen Gesellschaft. Sie ist der entscheidendste Faktor für die gesamte soziale Funktionalität. Die Verfügbarkeit von erneuerbaren Energiequellen muss bevorzugt genutzt werden. Glücklicherweise ist die Entwicklung erstaunlich positiv. Im frühen 21. Jahrhundert kamen jede Menge von erneuerbaren Energiequellen dazu, von denen viele extremes Potenzial besitzen, das weit über die Anforderungen der momentanen Bevölkerung hinausgeht. Das Zeitalter von Öl und fossilen Brennstoffen mitsamt der daraus resultierenden Umweltverschmutzung steht an seinem Ende. Es gibt keinen Grund zur Verbrennung von fossilen Brennstoffen, außer den profitorientierten, fest begründeten Interessen, die neue Energielösungen zurückzuhalten. Denn das letzte, was die Energie-Konzerne wollen, ist Überfluss, da dies im monetären System zu einem Verlust an Profiten führt.

Eine der als bedeutend zu erachtenden Energiequelle ist Geothermie.
Aus einem Bericht des MIT (Massachusetts Institute of Technology) von 2006 geht hervor, dass zur Zeit 13.000 Zetajoule als geothermische Energie verfügbar sind. 2000 Zetajoule davon sind mit moderner Technologie ganz einfach abzuernten. (MIT, The Future of Geothermal Energy, 2006) Der gesamte Energieverbrauch aller Länder der Erde beträgt ungefähr ein halbes Zetajoule pro Jahr. (Basierend auf Zahlen von 2005, World Consumption of Primary Energy by Energy Type and Selected Country Groups, 1980-2004.) Das bedeutet, dass zirka 4000 Jahre Energie für diesen Planeten ausschließlich aus diesem Medium gewonnen werden kann. Betrachtet man die sich konstant erneuerbare Erdenergie, ist diese Energiequelle geradezu unerschöpflich und könnte für immer genutzt werden.

Neben der Geothermie sind Sonnen-, Wind- , Wellen- und Gezeitenkraftwerke leistungsfähige Alternativen, wenn sie mittels Technologie effizient nutzbar gemacht werden. Die jährliche Sonnenstrahlung bietet 10.000 mal mehr Energie als die Welt verbraucht. Das Problem ist nicht die Verfügbarkeit, es ist die Technologie um sie effizient zu nutzen. Von simplen Photovoltaikanlagen, die Energie in Batterien speichern, für privaten Gebrauch, bis hin zu ausgewachsenen Solarkraftwerken kommen ständig neue Technologien hervor, die das Potenzial verbessern.
Windkraft wird oft als schwach und unpraktisch verurteilt. Sie ist weitaus stärker als die meisten Leute denken. Studien des U.S. Department of Energy (Energieamt) haben ergeben, dass, wenn man den Wind auf den großen Flächen von Texas, Kansas und North Dakota nutzen würde, dies genug Strom für die gesamten USA ergäbe. (“U.S. National Renewable Energy Laboratory”, February 6th 2007) Weitaus beeindruckender: eine Studie der Stanford Universität hat 2005 im Journal für geophysikalische Forschungen herausgefunden, dass bei Nutzung von 20 % des Windpotenzials des Planeten dies den kompletten Energiebedarf der Welt decken würde.
Und dann sind da noch Gezeiten- und Wellenenergie. Gezeitenenergie wird aus den Strömungen zwischen Ebbe und Flut gewonnen. Durch Turbinen wird diese Strömung in Energie umgewandelt. Die Kraft des Golfstroms, des Islandstroms und anderer Unterwasserströmungen könnte genutzt werden. In Großbritannien sind momentan 42 passende Stellen bekannt. Schätzungsweise könnten 34 % der gesamten Energie Großbritanniens allein aus Gezeitenkraft stammen. Effektiver wäre Wellenkraft, die die Energie der Wellen auf der Meeresoberfläche einfängt. Es wird geschätzt, dass Wellenenergie ein weltweites Potenzial von bis zu 80.000 TWH (Terra Watt Stunden) im Jahr hat. (Future Energy Solutions/ IEA report, 2003) Dies entspricht 50 % des weltweiten Energieverbrauchs. (World Consumption of Primary Energy by Energy Type and Selected Country Groups, 1980-2004, Energy Information Administration, U.S. Department of Energy)

Man beachte dabei, dass Gezeiten-, Wellen-, Solar- und Windkraft fast keine Vorlaufenergie benötigen um Energie zu erzeugen, im Gegensatz zu Kohle, Öl, Gas, Biomasse, Wasserstoff und all den anderen.

Tatsache ist, dass Energie auf diesem Planeten im Überfluss vorhanden ist.

Der einzige Grund, warum die Menschen an deren Knappheit glauben, ist das monetäre/kapitalistische System mit seinem berechnenden Hang dazu, Knappheit zu erzeugen.

(2) Die nächste Frage ist, was ist mit den industriellen Rohstoffen? Kann der Vorrat von Rohstoffen der Erde, wie Holz, Metall, Aluminium und Baumwolle die Bevölkerung der Welt versorgen?

Alles um uns herum setzt sich aus winzigen Partikeln zusammen, den Atomen. Es gibt verschiedene Arten von Atomen, jedes mit einer speziellen Kombination von Protonen, Neutronen und Elektronen. Diese verschiedenen Arten von Atomen heißen Elemente. Es gibt zur Zeit 118 Elemente im Periodensystem. Das Periodensystem ist eine Anordnung der chemischen Elemente nach ihrer Atomnummer, basierend auf dem Periodengesetz, davon 92 natürlich vorkommende (die restlichen 26 sind synthetisch hergestellt) und aus diesen besteht im Grunde alles um uns herum. Die Gruppe der Metalle ist die wichtigste, da diese nur bei relativ hohen Temperaturen schmelzen; ihre Form kann leicht verändert werden, ohne dass sie brechen, zu dünnen Drähten oder Folien. Hitze und Elektrizität werden weitergeleitet. Dadurch eigenen sie sich ideal für die Herstellung von Gütern oder für industrielle Anwendungen. Diese Metalle findet man in der Erdkruste und in den Meeren, manchmal in reiner Form, doch meist werden sie aus Mineralien gewonnen. Die globalen Mineralreserven werden momentan an ihrem kommerziellen Ertrag gemessen. Traurigerweise zeigt uns das aber nicht eindeutig, was wirklich verfügbar ist. Während Elemente/Mineralien wie Silizium, Aluminium und Eisen enorm reichhaltig vorhanden sind, werden andere scheinbar knapper, so wie Kupfer, Blei, Zink, Gold und Silber. Soweit der Autor (Jacque Fresco) weiß, gab es noch nie eine komplette geografische Erfassung der Mineralien/Elemente der Erde, nur regionale. Dies muss in Zukunft durchgeführt werden.
Es gibt prinzipiell 3 Parameter um die Tragfähigkeit der Erde festzustellen.
(a) Genaues Wissen, welchen Vorrat die Erde an Elementen und Materialien hat.
(b) Einsatzorte von Technologie, um synthetischen Ersatz für bestimmte Elemente/Materialien herzustellen.
(c) Die Gewinnung und Verwendung dieser Elemente/Materialien durch die Gesellschaft.

(a) Wir müssen eine vollständige Übersicht über alle Ressourcen des Planeten haben. Dadurch erhalten wir wichtige Informationen darüber, wie wir fortfahren sollen. Nehmen wir zum Beispiel einen Hektar Land, auf dem wir Nahrung anbauen wollen. Als erstes würde man den Boden testen, um seine Beschaffenheit zu ermitteln. Diese Information steht in direkter Verbindung zu dem, was angebaut werden kann. Das wäre sozusagen die Tragfähigkeit dieses Lands. Aus einer planetarischen Perspektive ist dies eine wichtige Information, welche die Entscheidungsfindung direkt beeinflusst.

(b) Der Unterschied zwischen heute und der Vergangenheit ist, dass sich unsere kreativen Fähigkeiten der Problemlösung durch die wissenschaftliche Methode erweitert haben. In Anbetracht der knappen Materialien ist das Finden von Ersatzstoffen von großer Bedeutung. Zum Beispiel werden Diamanten seit langem als eine sehr wertvolle, knappe Ressource angesehen. Eine Anwendung dieses stabilen Minerals findet sich in Präzisions-Schneidewerkzeugen. Aber nun, mit dem Aufkommen von im Labor gezüchteten synthetischen Diamanten, benötigen diese Werkzeuge das teure Original nicht mehr.
Für viele industrielle Materialien haben wir synthetische Gegenstücke, und dieser Zweig der wissenschaftlichen Problemlösung ist sehr aktiv. Tatsächlich ist die Knappheit jeglicher Rohstoffe nur so erheblich, wie die Suche nach einen Ersatz oder einer Behelfslösung.

(c) Viel wichtiger als Ersatzstoffe oder Behelfslösungen ist die Art und Weise, wie wir die Ressourcen dieses Planeten nutzen. Dies ist wirklich der wichtigste Punkt in der Debatte um die Tragfähigkeit der Erde. Wie bereits dargestellt, lebt die Erdbevölkerung innerhalb eines monetären Systems, welches Knappheit, eingebaute Überalterung, Verschwendung, Umweltverschmutzung und unnötige Massenproduktion belohnt.
Die heutige Produktionsleistung ist im Vergleich zu vergangenen Zeiten, atemberaubend. Durch die Nutzung von Technologie können wir mit weniger Leuten mehr Güter schneller als jemals zuvor produzieren. Allerdings produzieren jede Menge Hersteller dieselben Dinge, da sie um den Marktanteil konkurrieren.
Ihre Produkte sind bereits bei der Fertigung ungenügend, weil die Hersteller zur Kostensenkung qualitativ schlechtere Materialien verwenden. Diese durch das Wettbewerbssystem verursachte unnötige Verschwendung ist erschütternd. Wertvolle Rohstoffe werden immer wieder in ungenügenden Produkten verwendet, die am Ende auf der Müllkippe landen. Außerdem wurde diese Verschwendung erst durch die Manipulation der Öffentlichkeit durch die Industrie, nutzlose, lediglich für Status und Eitelkeit relevante Dinge zu wollen, herbeigeführt. Bedenke, dass monetäre Systeme nur durch “zyklischen Konsum” funktionieren können. Dies führt zum Missbrauch der Ressourcen.

Die wahre Ursache für Knappheit auf dem Planeten hat weniger mit den verfügbaren Ressourcen zu tun, eher mit unseren verschwenderischen und ausbeutenden Handlungsweisen. Der Erhaltung der Ressourcen oder deren sinnvoller Verwendung wird fast keine Beachtung geschenkt, bis es zu spät ist. In einer vernünftigen Gesellschaft wären die Rohstoffe der Erde erfasst, und die Industrie im Ganzen organisiert, um im Verhältnis zum Verfügbaren zu produzieren. Und jedes hergestellte Produkt wäre für Beständigkeit entworfen. Dadurch könnte man die Industrieproduktion herunterfahren und Ressourcen sparen.

weiter zum Kapitel 4: Die Wege zur sozialen Evolution

SOURCE: TZM – RBE (Stand: 27.10.2011)

2 Gedanken zu „Ressourcenbasierte Wirtschaft – Kapitel 3: Was ist relevant?

  • 2013.02.26 um 10:10
    Permalink

    Hallo, sollten diese natürlichen Vorkommnisse für den Menschen nicht frei sein? Das einzige ist der Sauerstoff zum Atmen, für diesen man noch nicht zahlen muss. Noch!!!

  • 2013.07.17 um 14:17
    Permalink

    Selbstverständlich sollte alles irgendwann mal frei sein! Die Gesellschaft ist jedoch leider noch nicht soweit, denn viele würden in so einem Fall viel zu verschwenderisch mit den Ressourcen umgehen, das haben uns unsere bisherigen Systeme nicht explizit beigebracht.
    Mit dem Thema, was alles eigentlich frei verfügbar sein sollte, beschäftigt sich dieses Portal: Die Freie Welt Charta.

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