Stitching: Panoramafotos – leicht gemacht

Um beeindruckende Panoramafotos zu erzeugen braucht man nicht immer eine spezielle Kamera oder ein spezielles Objektiv.
Sobald an einer Kamera die Belichtungszeit und die Schärfe komplett manuell eingestellt werden können, reicht das in den meisten Fällen aus!

In erster Linie geht es darum zu verstehen, was man schon während der Aufnahme beachten sollte, damit die Ansprüche an die Stitching-Software möglichst gering werden und somit das Ergebnis möglichst fehlerfrei wird.

Berlin, Spreebogen
Dieses Panorama wurde zusammengesetzt aus 13 vertikalen HDRi Bildern.

Eines der größten Probleme bei der Panoramafotografie ist die Belichtung. Diese muss während aller Einzelaufnahmen unbedingt unverändert bleiben, damit es beim späteren Zusammenfügen der einzelnen Bilder zu einem Panorama keine gravierende Unterschiede in der Belichung gibt und somit die Kanten der zusammengefügten Bilder nicht wahrnehmbar werden. Bereits vor der Aufnahme muss man bedenken, welche Lichtverhältnisse herrschen auf der gesamten Länge (Breite) des Motivs und was wäre die beste „mittlere“ Belichtungseinstellung, damit auf dem Foto später keine überbelichteten Stellen gibt.

Für die meisten Fälle gilt auch: besser unterbelichtet, als überbelichtet.
Wenn also der Himmel z.B. etwas dunkler als gewünscht auf dem Foto erscheint und die dunkle Partie des Waldes eher in ein undefiniertes Schwarz verläuft, ist es immernoch besser, als wenn der Wald klar zu sehen ist doch der Himmel kaum eine Wolke mehr zeigt und aus einem planen, weißem Fleck besteht.

Berlin, Sony Center
Dieses Panorama wurde aus 6 vertikalen HDRi Bildern zusammengesetzt.

Ist die mittlere Belichtungseinstellung gefunden, sollte man noch kontrollieren, dass der Autofokus ausgeschaltet ist und die Schärfe richtig eingestellt ist. Nun kann geknipst werden. Beste Ergebnisse erzielt man mit der Benutzung eines Stativs und Überlappung der Bilder von 25 und mehr Prozent! Aber auch Freihand aufgenommene Panoramas sind nicht unmöglich: hier ist nur wichtig, dass der Horizont immer richtig ausgerichtet ist. Ich orientiere mich dabei gern an den Messfeldern im Sucher meiner D400, oft gibt es aber auch bei kleineren Kameras die Möglichkeiten ein Gitter oder die Linien des Goldenen Schnitts einzublenden, an denen man sich auch prima orientieren kann. Wichtig ist dabei bei der Drehung sich tatsächlich möglichst um die Kamera herum. Die besten Ergebnisse bekommt man wohl mit einem Stativ und einer Vorrichtung, die sich um den Nodalpunkt des Objektivs drehen lässt.

Sind die Bilder gemacht, müssen diese zuhause am PC mit Hilfe einer Stitching-Software zusammengefügt werden. Diese Software gibt es in verschiedenen Variationen, von kostenlos bis sehr teuer und mit unterschiedlichen pro und contras.

Bei der Verwendung von RAW-Aufnahmen muss beim Konvertieren der RAW-Bilder, wie bei der Aufnahme bedacht werden, ebenfalls bedacht werden, dass die Einstellungen bei allen Einzelbildern eines Panoramas gleich bleiben!

Bei Panoramas mit bewegten Objekten, wie z.B. Wolken, Autos, Schiffe oder Personen muss die Bewegung einzelner Objekte mitbedacht werden und das Panorama zügig und möglichst gegen die Laufrichung aufgenommen werden, damit z.B. ein und dieselbe Person oder Schiff nicht zwei Mal auf dem Bild später auftauchen.

Panoramas können natürlich auch in HDRi aufgenommen werden, wenn das Motiv sich nicht schnell ändert. Diese Technik wurde im früheren Post hier erklärt.

Bangkok, Chao Phraya
Dieses 180° Panorama wurde aus 15 freihand geschossenen Bildern zusammengesetzt.

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Ein Gedanke zu „Stitching: Panoramafotos – leicht gemacht

  • 2013.10.28 um 17:45
    Permalink

    Erstklassiger Artikel! Ich bin ganz gespannt auf weitere Beiträge zu dem Thema.

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